Warten ist eines von den Dingen, die mir gar nicht liegen. Könnte daran liegen, das Geduld nicht gerade meine hervorstechendste Eigenschaft ist. Dafür bin ich eine Frau der schnellen Entschlüsse - eben hatte ich noch verkündet, dass im Mai ein Sheltie-Welpe bei uns einzieht - und dann kommt im Februar eine ausgewachsenes Bodermäuschen. Das ist halt Schicksal. Mein Schicksal darf gerne für ein wenig Abwechslung sorgen. Denn Langeweile finde ich ungefähr genauso prickelnd wie Warten ...
Der Tag, an dem Hope kam, war der 25. Februar 2012. Und das mit ihrer Ankunft an diesem Tag hat sie auch nur knapp geschafft - fast wäre es der 26. geworden - das wäre dann das Datum meines Geburtstages, meines Hochzeitstages (also des aktuellen), des Geburtstages meines Vaters, meines Großvaters gewesen. Aber wie gesagt, Abwechslung muss sein.
Hope ist wie gesagt eine Border Collie. Eigentlich sollte sie ein bordergerechtes Leben führen, Schafe hüten und ein nützliches Mitglied einer großen Border-Familie sein. Aber Hope fand das irgenwie nicht so sinnvoll. Hope hasst Schafe. Hope mag auch kein sinnvolles Mitglied von irgend was sein, sondern Hope möchte eigentlich gerne Mittelpunkt sein - von was genau wusste sie vermutlich gar nicht, bis sie uns getroffen hat. Jetzt möchte Hope Mittelpunkt von und sein. Und das ist ihr auch ganz gut gelungen bis jetzt.
Aber ich schweife ab und führe den ebenso verwirrten wie hoffentlich geneigten Leser zurück zum Spätnachmittag des 25. Februars 2012. Da erfuhr ich nämlich, dass Hope nicht gleich kommt, sondern frühestens um 21 Uhr. Und letztendlich war es dann zwanzig vor zwölf als Hope dann endlich da war.
Viel kleiner als gedacht war die Süße. Und völlig wuselig vor lauter Aufregung und Unsicherheit. Donna und Fly fanden das jetzt auch nicht so wirklich passend mit diesem fremden Hund und diesem fremden Mann in unserer Wohnung und pöbelten einfach rum. Vermutlich in der Hoffnung, dass sie die beiden schnellstmöglich wieder loswerden.
Aber Markus trank ganz entspannt seinen Kaffee und war höchstens von Hopes Versuchen, irgendwie in ihn rein zu kriechen, genervt. Ansonsten erzählte er von dem neuen Hof am Moor, von seinen Border Collies, den Schafen, den Ziegen, der Käserei, von 18 - 20 Stunden Arbeit jeden Tag - aber auch davon, wie gut sich dort oben alles anlässt und dass dieser Umzug wohl genau die richtige Entscheidung gewesen war.
Irgenwann kam dann Peter nach Hause und wir beschlossen, auf jeden Fall im Sommer Judith und Markus zu besuchen - und uns natürlich auch ein wenig nützlich zu machen. (Das habe ich Hope aber noch nicht erzählt ;-) )
Es war schon weit nach Mitternacht, als wir alle dann alle nach draußen gingen, ich nahm Hopes Leine - und Markus fuhr fort. Die erste kurze Runde mit den Dreien verlief ereignislos und die erste Nacht ebenfalls. Ich legte die Kleine nach einer ausgiebigen Schmuserunde in die Box, wo sie die ganze Nacht friedlich verbrachte.
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