Sonntag, 21. April 2013

Der große Tag: das erste Turnier mit Hope


Um wirklich verstehen zu können, war der heutige Turniertag für mich, für uns, bedeutet, muss man sich zwangsläufig an die Anfänge von Hops und dem Agility erinnern:

14. März 2012

Na klar, Hope ist schlau, Hope ist ein Border, Hope will Agility - sie sieht den Parcours und ist in ihrem Element, Sprünge sind zum Springen da, Tunnel zum Durchrennen und - bevor das noch jemand glaubt, höre ich mit den wilden Fantasien besser auf - Hopsiding fand alles furchtbar aufregend (wobei sie das aufregend am Anfang auch weggelassen hätte ;-) ) und war sich nicht wirklich im Klaren, was Frauchen nun von ihr wollte. Aber damit sie das rausfinden kann, waren wir ja zu Irene und Ingeborg nach Sprendlingen gegangen - die Beiden kennen mich schon mit Donna - und ich habe vollstes Vertrauen, das Hope und ich hier ein maßgeschneidertes Training bekommen. ...

Nächste Übung ist der Tunnel. Das geht ja schon mal gar nicht, weil in so einem Tunnel kann man Frauchen ja gar nicht angucken. Aber guck mal, Frauchen, ich kann doch ganz prima außen rum laufen ...

Wir schieben den Tunnel so weit wie möglich zusammen und mit viel Geduld und Leckerli beschließt Hope, es wenigstens mal zu probieren. Ach, das wolltet ihr - sagt das doch gleich, kein Problem ...

Nachdem Hope ein paar Mal durch den Tunnel gelaufen ist, fangen wir mal mit springen an. Hope sieht das wieder recht pragmatisch: warum sollte ich über die Stange drüberhopsen, wenn ich ebenso gut darunter durchlaufen kann ... hihi, und springen tu ich dann nach dem Ding an Frauchen hoch - das kann ich besonders fein *breites Bordergrinsen*

Also legen wir die Stange tiefer, und noch tiefer ... und nun springt Hope drüber. Immerhin versucht sie nicht, sich durchzugraben *breites Frauchengrinsen*

19. März 2012
Ach, manchmal erscheint mir alles, was vor uns liegt, wie ein riesengroßer Berg und dann lernt Hope wieder so schnell, dass ich denke, alles "Peanuts" - unser Leben ist neu, anstrengend, wunderbar - ich komme mir vor wie ein kompletter Hundeneuling, Hope ist einfach einzigartig und ich muss jetzt ganz neu und offen an alles rangehen ... dabei fühl ich mich oft so ahnungslos und planlos, will nichts oder möglichst wenig verkehrt machen ... und dann grinst mich die Maus an und ich weiß einfach, dass wir das rocken werden - wir sind ein Team und wir werden ein Dream-Team ...

21. März 2012

Das war echt ein Quantensprung wie Hope sich heute beim Agi angestellt hat - Ingeborg und ich wollten es langsam angehen lassen, haben erst mal einen Sprung aufgebaut, aber heute war ihr schon klar, dass sie da drüber soll und eh ich richtig guck, ist sie schon gesprungen ...

Danach sollte es dann in den Tunnel gehen. Hope springt über das Hindernis, rennt ohne Zögern durch den Tunnel - obwohl der diesmal auf Normallänge liegt - schnappt sich schnell ihre Wurst und dreht sich um, rennt wieder in den Tunnel - hallo Frauchen, wo bleibst du *breites Bodergrinsen* 

Wir laufen die Übung noch ein paar Mal und Hope arbeitet richtig mit, lässt sich auf Abstand in den Tunnel schicken und nimmt anschließend die nächsten Hindernisse - und hat ganz offensichtlich Spaß an der Sache :-) *breites Frauchengrinsen*

04. April 2012

Hopsiding will nicht ...

Bah, ich hab mir ja überlegt, ob ich überhaupt was schreibe heute - so aufs Agitraining gefreut, die erste Sequenz um die Pylonen lief fantastisch, nun das ganze über Hindernisse - klappt auch ... aber der Tunnel liegt falsch, Hope mag nicht und rennt nach dem dritten Anlauf zum Tor - setzt sich dort hin und verweigert die weitere Mitarbeit. Genauso haben mir Judith und Markus die verpatzten Hüteversuche erzählt. Dieses Weglaufen und Abwarten ist wohl Hopes Methode der Wahl, Konflikten und so aus dem Weg zu gehen. Ingeborg und ich haben dann mit viel Leckerli und übermenschlicher Geduld das Hoppeding dazu gebracht, wenigstens noch ein paar ganz kleine Hindernisse zu machen, um wenigstens mit einem Unentschieden vom Platz zu gehen. Nutznießer des Zwergenaufstands ist Donna, die Hoppeding mal zeigen durfte, wieviel Spaß Agi macht (Hope saß dabei ziemlich angwidert guckend 50 Meter weit weg am Tor)  ... Hoppeding ist aber - obwohl ich nun wirklich nicht mit ihr geschimpft habe (überirdische Geduld passt viel besser) und ihr nur im allerfreundlichsten Ton erklärt habe, dass ich sie mit einer rosa Schleife im ei-förmigen Karton zu Judith zurückschicken werde - ziemlich gedämpft heute, keine Ahung wie man das beschreibt, schuldbewusst oder so mich enttäuscht zu haben, versagt zu haben - bei Bordern kann ich mir so was sogar vorstellen, und Donna hat bei einem Junghungkurs damals genau so reagiert - überfordert gefühlt und dicht gemacht - zumindest hatten wir nach diesem Nicht-Training einen netten Abendspaziergang mit ein paar anderen Hunden und hach ja, Hoppeding ist wohl ne Lektion in Geduld für mich ;-)


11. April 2012

Fortschritte ...

Heute war mal wieder Agitraining angesagt - hatte mit Donna und Hope eine Einzelstunde. Hab Donna erst ein bisschen über Minisprünge und den Tunnel laufen lassen - learning by watching - aber Hoppeding hat sich einfach umgedreht und ist zum Tor als ich sie abgeleint habe.

Also die ganz große Geduldkiste vorgekramt und mit Hops an der Leine immer zwischen den Ausläufern durch - kein großes Lob, nur viel Leckerli und alles ganz unaufgeregt - dann das ganze ohne Leine und erst mal Pause.

Anschließend das gleiche nochmal, aber immer näher am völlig zusammengefalteten Tunnel vorbei - und irgendwann mit Leckerli nachgeholfen und Hoppeding ist durch, blieb dann sogar ganz neugierig im Tunnel stehen und schnuffelte alles ab.

Ende der Trainingsstunde, wir waren mit dem Fortschritt sehr zufrieden und Hopsi kam dann gleich ins Auto. Und ich hab dann mit Donna noch ein wenig "Parcourswege merken", "Wechsel", "Schicken" und so üben dürfen. Boah, das hat sowas von Spaß gemacht!!! Aber ich hab schon gemerkt, dass ich ganz schön aus der Übung bin ...


09. Mai 2012

Trotzköpfchens Lehrjahre ...

Ich beginne mal mit einem dicken Dankeschön an meine Trainerin Ingeborg, die wirklich fast übermenschliche Geduld mit uns aufbringt ... denn sie muss nicht nur Hopsiding motivieren, sondern auch deren Frauchen, die letzte Woche schon gedroht hat, Hope auf dem Heimweg über die Mauer vom Tierheim zu werfen ...

Naja, wer mich kennt, weiß ja, was davon zu halten ist (haben Susanne und ich früher regelmäßig unseren Vierbeinern angedroht, wenn sie wieder mal ein Dis kassiert haben - und dann Hinky zitiert "wer scheiße führt muss mit Scheiße zufrieden sein ";) )

Aber ziemlich gefrustet war ich schon, als das Hoppeding letzte Woche nach drei Verweigerungen am Tunnel sich selber ins Dis geschickt hat und zum Ausgang marschiert ist "mach nur weiter, Frauchen, ich warte hier auf dich".

Ingeborg schickte mich dann mit Leine zum Tor um Hope wortlos anzuleinen und wieder zurück zu holen - und beim dritten Mal hat Trotzköpfchen kapituliert und ist bei uns geblieben, fein durch den Tunnel gelaufen und über die Hürden gesprungen.

Meine "Start-Übungen" im Gelände haben auch auf dem Platz super funktioniert - Hope blieb im Platz liegen, bis ich das Kommando "Start" gegeben habe und rannte dann los ... so fand das Training dann für Frauchen, Hund und Trainerin ein versöhnliches Ende.

Den heutigen Trainingstag bin ich recht relaxed angegegangen - ich war schon froh, dass Petrus irgendwann die Dusche abgedreht hat ...

Hope startete mustergültig, rannte am Tunnel vorbei, ich lies sie ein paar Hindernisse springen und dann lief sie auch durch den Tunnel ... wir haben noch ein paar belgische Wechsel geübt und was ich super finde: ich kann Hope "vor" schicken - das heisst, sie läuft dann weiter und nimmt das nächste Hindernis (sie ist eben doch unwesentlich schneller als Frauchen :D)

Unser nächstes Training ist dann schon am Freitag - mal sehen, was sich Ingeborg für uns ausgedacht hat ...

11. Mai 2012

... aber das Training hat gepasst - ich mache halt jede Menge Fehler (Ingeborg sagt dann immer: das ist nicht Donna ;-))  und Hope macht eben alles richtig, denn wer Scheiße führt, braucht sich über das Ergebnis nicht zu wundern ;)

Trotz der Hitze war die Kleine mit Feuereifer dabei, wir machen schon Sequenzen mit 5 Hindernissen und Wechseln ... und es ist einfach nur Wahnsinn, wie sich unsere Beziehung, unsere Bindung dadurch entwickelt

17. Juni 2012

Agi-Floh auf Höhenflug

Fünfundvierzig Zentimeter - ist das Hoppeding am Freitag im Training gesprungen - ohne Zögern und in der zweiten Runde auch schon fehlerfrei. Den Reifen nimmt sie auch problemlos, den gebogenen Tunnel arbeitet sie selbständig, durch den Gassenslalom ist sie auch durch - vielleicht sollte ich doch mal langsam mit der Begleithundeprüfung anfange ;)

18. August 2013

Agimäßig fahren wir derzeit zweigleisig und trainieren Montags noch in Offenbach. Hope hat den neuen Platz auch gut angenommen und ich werde von zwei Seiten rund geschliffen ... 

Beim Agi zeigt sich deutlich, dass Hope ein Krebs ist - zwei Schritt vor und einer zurück. (aber besser als andersrum).

Gassenslalom war eigentlich kein Thema - aber ooops, sooo viele Stangen plötzlich ... och nee, Frauchen, reichen doch auch 8 Stangen, oder? Und rechts von mir laufen? Neee, da übt Hops mit Frauchen den Franzosen, völlig sinnfrei, aber wenigstens bleibt Frauchen flexibel *lol*

Beim nächsten Training zeigt sich Hops dann von der Mustermädchen-Seite und macht selbst Irene zum Borderfan ...

Im letzten halben Jahr habe ich vor allem eines gelernt: Geduld. 
Und Vertrauen, dass die Hope mein Schicksal ist.

Und mit einem Augenzwinkern übernehme ich Michael Rusch's Motto:
 Wir wollen ja nur in die A3.

Seminar mit Feli am 15./16. September

Für mich und Hope war das Seminar eine zusätzliche Herausforderung: steht Hope die 2 Tage durch - oder marschiert sie irgendwann Richtung Ausgang und gibt den Parcours für Frauchen frei ...

Gleich der erste Parcours hat Tücken. 2 Sprünge in Reihe - aber der zweite ist aus der Gegenrichtung zu springen ... dann eine Miniwelle und dann muss der Hund an der Hand bleiben bis man ihn rückwärts über den Sprung schickt ... 

Hope lernt das schneller als ich - und arbeitet immer selbstständiger - und ich muss meine Führtechnik immer wieder anpassen.

Nachmittags kommt dann die erste Kontaktzone ins Spiel - und jede Menge "Außens", bei dem der Hund erst um den Sprung herumlaufen muss, viel "Hand" - und sowie Hope das Prinzip verstanden hat, ist sie mit Feuereifer dabei. 

06. März 2013

Training macht schon einen wahnsinnigen Spaß - und wird mit Hope eben auch nie langweilig, weil sie manche Dinge über Nacht lernt - und andere eben auch mal wieder ausblendet ;-)

Heute der Reifen *iiiiiiiiiiiiieeeeeekkkkkssss* oder auch *waaaaaaaaaaaaaah* - ging erst mal gar nicht. War eben auch nicht der Reifen, den sie schon kannte. Der wackelt ja jetzt plötzlich und ist mindestens gefährlich ... 

Irene hat sie natürlich motiviert, es dann doch zu probieren und dann war das Teil auch kein Problem mehr - aber dann auch noch der Sacktunnel - wie da soll ich schon mal durchgelaufen sein - kann gar nicht sein und wenn, dann hab ich es verdrängt ... 

Dafür macht sie den Slalom einfach super. Und auch mit megaschrägen Eingängen. Und auch mit "weg". Sogar mit "außen". Und Tunneleingänge suchen - gar kein Thema. Und die Hürden lagen dabei auf 60 cm. 

Das muss jetzt keiner lesen oder verstehen. Das ist Notfall-Lektüre für mich nach einem verpatzten Training. Oder auch Turnier.

Memo an mich: geh deinem Hund aus dem Weg wenn er "außen" springen soll!!!!

Fazit des Seminars am 16. + 17. März mit Dirk Schambeck in Hanau

Danke an Hoppeding – ich weiß jetzt, dass ich mit dir überall hingehen und arbeiten kann – und du wirst mir folgen, wohin auch immer ich dich führe ;-)


Und nun zum heutigen Turniertag: Um sieben Uhr morgens fahre ich mit den beiden Bordern auf den Parkplatz. Zelt steht ja schon, also nur Boxen, Stuhl, Proviant umladen und erst mal eine relativ entspannte Gassirunde gehen.

Dann Parcoursbegehung – Irene hat den Parcours im letzten Moment mit nur einem einzigen zusätzlichen Hindernis etwas anspruchsvoller gemacht ;-)

Meine Botschaft, wir wollen nur Spaß haben, kommt irgendwo nicht in meinem Hirn an. Tief durchatmen, gaaaanz tief. Wir sind dran.  Startposition. Alles ist gut, alles ist gut, alles ist gut.


Ich patze beim Wechsel vor dem Slalom und wir kassieren eine Verweigerung. Aber der restliche Parcours läuft wie am Schnürchen.  Die kleine Maus nimmt die ganzen Zelte, Menschen, Hunde, den Lautsprecher und all das gar nicht wahr, und arbeitet Kontaktzonen und Hürden ab wie ein Uhrwerk. Wahnsinn! Ich bin unendlich stolz auf die Süße.

Mit Donna laufe ich ein schönes Dis, schön, deshalb, weil sie so motiviert ist und so viel Spaß hat.

Und im Spiel tauschen die beiden die Plätze: Hops lässt sich von einer Kamera irritieren und patzt am Slalom – dafür laufe ich mit Donna dann einen wirklich fantastischen Nuller – und das, obwohl ich schon einkalkuliert hatte, mit ihr abzukürzen.

Fazit: ein genialer Agilitytag wird endlich wieder wahr!

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