... jenseits aller Agility-Erfolge (und Fast-Erfolge ;-)) gibt es ja immer noch diesen so genannten Alltag ... und der fängt einfach jeden Morgen wie beim grüßenden Murmeltier an - eben All(e)-Tag(e) gleich:
So wie ich die Schlafzimmertüre öffne, kommt ein schwarz-weißes Powerpaket mit einem mitreißenden Überschuss an guter Laune und Begeisterung angaloppiert (sollte Peter die Tür vor mir öffnen, hab ich das Paket im Bett, mich liebevoll waschend, damit ich mir die Dusche sparen kann <3) -
während ich versuche, mich tageslichttauglich zu machen (schon mal versucht, Lippenstift aufzulegen, während man die ganze Zeit über diesen kleinen Kobold grinsen muss), bringt Hops das Bällchen - wahlweise anders Spielzeug - dabei springt ihr die Begeisterung aus allen Knopflöchern, unmöglich, dabei ernst, müde oder sonst wie schlecht drauf zu sein ...
jaaaa, doch, wir haben immer noch 3 Hunde - Fly ist eher ein Tränchen und kommt erst angetrabt, wenn er die Leinen klappern hört - und Donna sucht sich nach der morgendlichen Begrüßung ein nettes Plätzchen und behält die Übersicht - naja, einer muss ja :D
Dienstag, 16. Juli 2013
Sonntag, 21. April 2013
Der große Tag: das erste Turnier mit Hope
Um wirklich verstehen zu können, war der
heutige Turniertag für mich, für uns, bedeutet, muss man sich zwangsläufig an
die Anfänge von Hops und dem Agility erinnern:
14. März 2012
„Na klar, Hope ist schlau, Hope ist
ein Border, Hope will Agility - sie sieht den Parcours und ist in ihrem
Element, Sprünge sind zum Springen da, Tunnel zum Durchrennen und - bevor das
noch jemand glaubt, höre ich mit den wilden Fantasien besser auf - Hopsiding
fand alles furchtbar aufregend (wobei sie das aufregend am Anfang auch
weggelassen hätte ;-) ) und war sich nicht wirklich im Klaren, was Frauchen nun
von ihr wollte. Aber damit sie das rausfinden kann, waren wir ja zu Irene und
Ingeborg nach Sprendlingen gegangen - die Beiden kennen mich schon mit Donna -
und ich habe vollstes Vertrauen, das Hope und ich hier ein maßgeschneidertes
Training bekommen. ...
Nächste Übung ist der Tunnel. Das geht ja schon mal gar nicht,
weil in so einem Tunnel kann man Frauchen ja gar nicht angucken. Aber guck mal,
Frauchen, ich kann doch ganz prima außen rum laufen ...
Wir schieben den Tunnel so weit wie möglich zusammen und mit
viel Geduld und Leckerli beschließt Hope, es wenigstens mal zu probieren. Ach,
das wolltet ihr - sagt das doch gleich, kein Problem ...
Nachdem Hope ein paar Mal durch den Tunnel gelaufen ist, fangen
wir mal mit springen an. Hope sieht das wieder recht pragmatisch: warum sollte
ich über die Stange drüberhopsen, wenn ich ebenso gut darunter durchlaufen kann
... hihi, und springen tu ich dann nach dem Ding an Frauchen hoch - das kann
ich besonders fein *breites Bordergrinsen*
Also legen wir die Stange tiefer, und noch tiefer ... und nun
springt Hope drüber. Immerhin versucht sie nicht, sich durchzugraben *breites
Frauchengrinsen*
19. März 2012
Ach, manchmal erscheint mir alles, was vor uns liegt, wie ein
riesengroßer Berg und dann lernt Hope wieder so schnell, dass ich denke, alles
"Peanuts" - unser Leben ist neu, anstrengend, wunderbar - ich komme
mir vor wie ein kompletter Hundeneuling, Hope ist einfach einzigartig und
ich muss jetzt ganz neu und offen an alles rangehen ... dabei fühl ich mich oft
so ahnungslos und planlos, will nichts oder möglichst wenig verkehrt machen ...
und dann grinst mich die Maus an und ich weiß einfach, dass wir das rocken
werden - wir sind ein Team und wir werden ein Dream-Team ...
21. März 2012
Das war echt ein Quantensprung wie Hope sich heute beim Agi
angestellt hat - Ingeborg und ich wollten es langsam angehen lassen, haben erst
mal einen Sprung aufgebaut, aber heute war ihr schon klar, dass sie da
drüber soll und eh ich richtig guck, ist sie schon gesprungen ...
Danach sollte es dann in den Tunnel gehen. Hope springt über das
Hindernis, rennt ohne Zögern durch den Tunnel - obwohl der diesmal auf
Normallänge liegt - schnappt sich schnell ihre Wurst und dreht sich um, rennt
wieder in den Tunnel - hallo Frauchen, wo bleibst du
*breites Bodergrinsen*
Wir laufen die Übung noch ein paar Mal und Hope arbeitet richtig
mit, lässt sich auf Abstand in den Tunnel schicken und nimmt anschließend die
nächsten Hindernisse - und hat ganz offensichtlich Spaß an der Sache :-)
*breites Frauchengrinsen*
04. April 2012
Hopsiding will nicht ...
Bah, ich hab mir ja überlegt, ob ich überhaupt was schreibe
heute - so aufs Agitraining gefreut, die erste Sequenz um die Pylonen lief
fantastisch, nun das ganze über Hindernisse - klappt auch ... aber der Tunnel
liegt falsch, Hope mag nicht und rennt nach dem dritten Anlauf zum Tor - setzt
sich dort hin und verweigert die weitere Mitarbeit. Genauso haben mir Judith
und Markus die verpatzten Hüteversuche erzählt. Dieses Weglaufen und Abwarten
ist wohl Hopes Methode der Wahl, Konflikten und so aus dem Weg zu gehen.
Ingeborg und ich haben dann mit viel Leckerli und übermenschlicher Geduld das
Hoppeding dazu gebracht, wenigstens noch ein paar ganz kleine Hindernisse zu
machen, um wenigstens mit einem Unentschieden vom Platz zu gehen. Nutznießer
des Zwergenaufstands ist Donna, die Hoppeding mal zeigen durfte, wieviel Spaß
Agi macht (Hope saß dabei ziemlich angwidert guckend 50 Meter weit weg am
Tor) ... Hoppeding ist aber - obwohl ich nun wirklich nicht mit ihr
geschimpft habe (überirdische Geduld passt viel besser) und ihr nur im
allerfreundlichsten Ton erklärt habe, dass ich sie mit einer rosa Schleife im
ei-förmigen Karton zu Judith zurückschicken werde - ziemlich gedämpft heute,
keine Ahung wie man das beschreibt, schuldbewusst oder so mich enttäuscht zu
haben, versagt zu haben - bei Bordern kann ich mir so was sogar vorstellen, und
Donna hat bei einem Junghungkurs damals genau so reagiert - überfordert gefühlt
und dicht gemacht - zumindest hatten wir nach diesem Nicht-Training einen
netten Abendspaziergang mit ein paar anderen Hunden und hach ja, Hoppeding ist
wohl ne Lektion in Geduld für mich ;-)
11. April 2012
Fortschritte ...
Heute war mal wieder Agitraining angesagt - hatte mit Donna und
Hope eine Einzelstunde. Hab Donna erst ein bisschen über Minisprünge und den
Tunnel laufen lassen - learning by watching - aber Hoppeding hat sich einfach
umgedreht und ist zum Tor als ich sie abgeleint habe.
Also die ganz große Geduldkiste vorgekramt und mit Hops an der
Leine immer zwischen den Ausläufern durch - kein großes Lob, nur viel Leckerli
und alles ganz unaufgeregt - dann das ganze ohne Leine und erst
mal Pause.
Anschließend das gleiche nochmal, aber immer näher am völlig
zusammengefalteten Tunnel vorbei - und irgendwann mit Leckerli nachgeholfen und
Hoppeding ist durch, blieb dann sogar ganz neugierig im Tunnel stehen und
schnuffelte alles ab.
Ende der Trainingsstunde, wir waren mit dem Fortschritt sehr
zufrieden und Hopsi kam dann gleich ins Auto. Und ich hab dann mit Donna noch
ein wenig "Parcourswege merken", "Wechsel",
"Schicken" und so üben dürfen. Boah, das hat sowas von Spaß
gemacht!!! Aber ich hab schon gemerkt, dass ich ganz schön aus der Übung bin
...
09.
Mai 2012
Trotzköpfchens Lehrjahre ...
Ich beginne mal mit einem dicken Dankeschön an meine Trainerin
Ingeborg, die wirklich fast übermenschliche Geduld mit uns aufbringt ... denn
sie muss nicht nur Hopsiding motivieren, sondern auch deren Frauchen, die
letzte Woche schon gedroht hat, Hope auf dem Heimweg über die Mauer vom
Tierheim zu werfen ...
Naja, wer mich kennt, weiß ja, was davon zu halten ist (haben
Susanne und ich früher regelmäßig unseren Vierbeinern angedroht, wenn sie
wieder mal ein Dis kassiert haben - und dann Hinky zitiert "wer scheiße
führt muss mit Scheiße zufrieden sein ";) )
Aber ziemlich gefrustet war ich schon, als das Hoppeding letzte
Woche nach drei Verweigerungen am Tunnel sich selber ins Dis geschickt hat und
zum Ausgang marschiert ist "mach nur weiter, Frauchen, ich warte hier auf
dich".
Ingeborg schickte mich dann mit Leine zum Tor um Hope wortlos
anzuleinen und wieder zurück zu holen - und beim dritten Mal hat Trotzköpfchen
kapituliert und ist bei uns geblieben, fein durch den Tunnel gelaufen und über
die Hürden gesprungen.
Meine "Start-Übungen" im Gelände haben auch auf dem
Platz super funktioniert - Hope blieb im Platz liegen, bis ich das Kommando
"Start" gegeben habe und rannte dann los ... so fand das Training
dann für Frauchen, Hund und Trainerin ein versöhnliches Ende.
Den heutigen Trainingstag bin ich recht relaxed angegegangen -
ich war schon froh, dass Petrus irgendwann die Dusche abgedreht hat ...
Hope startete mustergültig, rannte am Tunnel vorbei, ich lies
sie ein paar Hindernisse springen und dann lief sie auch durch den Tunnel ...
wir haben noch ein paar belgische Wechsel geübt und was ich super finde: ich
kann Hope "vor" schicken - das heisst, sie läuft dann weiter und
nimmt das nächste Hindernis (sie ist eben doch unwesentlich schneller als
Frauchen :D)
Unser nächstes Training ist dann schon am Freitag - mal sehen,
was sich Ingeborg für uns ausgedacht hat ...
11. Mai 2012
... aber das Training hat gepasst - ich mache halt jede
Menge Fehler (Ingeborg sagt dann immer: das ist nicht Donna ;-))
und Hope macht eben alles richtig, denn wer Scheiße führt, braucht
sich über das Ergebnis nicht zu wundern ;)
Trotz
der Hitze war die Kleine mit Feuereifer dabei, wir machen schon Sequenzen mit 5
Hindernissen und Wechseln ... und es ist einfach nur Wahnsinn, wie sich unsere
Beziehung, unsere Bindung dadurch entwickelt
17. Juni 2012
Agi-Floh auf Höhenflug
Fünfundvierzig
Zentimeter - ist das Hoppeding am Freitag im Training gesprungen - ohne Zögern
und in der zweiten Runde auch schon fehlerfrei. Den Reifen nimmt sie auch
problemlos, den gebogenen Tunnel arbeitet sie selbständig, durch den
Gassenslalom ist sie auch durch - vielleicht sollte ich doch mal langsam mit
der Begleithundeprüfung anfange ;)
18. August 2013
Agimäßig fahren wir derzeit zweigleisig und trainieren Montags
noch in Offenbach. Hope hat den neuen Platz auch gut angenommen und ich werde
von zwei Seiten rund geschliffen ...
Beim Agi zeigt sich deutlich, dass Hope ein Krebs ist - zwei
Schritt vor und einer zurück. (aber besser als andersrum).
Gassenslalom war eigentlich kein Thema - aber ooops, sooo viele
Stangen plötzlich ... och nee, Frauchen, reichen doch auch 8 Stangen, oder? Und
rechts von mir laufen? Neee, da übt Hops mit Frauchen den Franzosen, völlig
sinnfrei, aber wenigstens bleibt Frauchen flexibel *lol*
Beim nächsten Training zeigt sich Hops dann von der
Mustermädchen-Seite und macht selbst Irene zum Borderfan ...
Im letzten halben Jahr habe ich vor allem eines gelernt:
Geduld.
Und Vertrauen, dass die Hope mein Schicksal ist.
Und mit einem Augenzwinkern übernehme ich Michael Rusch's Motto:
Wir wollen ja nur in die A3.
Seminar
mit Feli am 15./16. September
Für mich und Hope war das Seminar eine zusätzliche
Herausforderung: steht Hope die 2 Tage durch - oder marschiert sie irgendwann
Richtung Ausgang und gibt den Parcours für Frauchen frei ...
Gleich der erste Parcours hat Tücken. 2 Sprünge in Reihe -
aber der zweite ist aus der Gegenrichtung zu springen ... dann eine Miniwelle
und dann muss der Hund an der Hand bleiben bis man ihn rückwärts über den
Sprung schickt ...
Hope lernt das schneller als ich - und arbeitet immer
selbstständiger - und ich muss meine Führtechnik immer wieder anpassen.
Nachmittags
kommt dann die erste Kontaktzone ins Spiel - und jede Menge "Außens",
bei dem der Hund erst um den Sprung herumlaufen muss, viel "Hand" -
und sowie Hope das Prinzip verstanden hat, ist sie mit Feuereifer dabei.
06.
März 2013
Training macht schon einen wahnsinnigen Spaß - und wird mit Hope
eben auch nie langweilig, weil sie manche Dinge über Nacht lernt - und
andere eben auch mal wieder ausblendet ;-)
Heute der Reifen *iiiiiiiiiiiiieeeeeekkkkkssss* oder auch
*waaaaaaaaaaaaaah* - ging erst mal gar nicht. War eben auch nicht der Reifen,
den sie schon kannte. Der wackelt ja jetzt plötzlich und ist mindestens
gefährlich ...
Irene hat sie natürlich motiviert, es dann doch zu probieren und
dann war das Teil auch kein Problem mehr - aber dann auch noch der Sacktunnel -
wie da soll ich schon mal durchgelaufen sein - kann gar nicht sein und wenn,
dann hab ich es verdrängt ...
Dafür macht sie den Slalom einfach super. Und auch mit megaschrägen
Eingängen. Und auch mit "weg". Sogar mit "außen". Und
Tunneleingänge suchen - gar kein Thema. Und die Hürden lagen dabei auf 60
cm.
Das muss jetzt keiner lesen oder verstehen. Das ist
Notfall-Lektüre für mich nach einem verpatzten Training. Oder auch Turnier.
Memo
an mich: geh deinem Hund aus dem Weg wenn er "außen" springen
soll!!!!
Fazit
des Seminars am 16. + 17. März mit Dirk Schambeck in Hanau
Danke
an Hoppeding – ich weiß jetzt, dass ich mit dir überall hingehen und arbeiten
kann – und du wirst mir folgen, wohin auch immer ich dich führe ;-)
Und nun zum heutigen Turniertag: Um sieben
Uhr morgens fahre ich mit den beiden Bordern auf den Parkplatz. Zelt steht ja
schon, also nur Boxen, Stuhl, Proviant umladen und erst mal eine relativ
entspannte Gassirunde gehen.
Dann Parcoursbegehung – Irene hat den
Parcours im letzten Moment mit nur einem einzigen zusätzlichen Hindernis etwas
anspruchsvoller gemacht ;-)
Meine Botschaft, wir wollen nur Spaß haben,
kommt irgendwo nicht in meinem Hirn an. Tief durchatmen, gaaaanz tief. Wir sind
dran. Startposition. Alles ist gut,
alles ist gut, alles ist gut.
Ich patze beim Wechsel vor dem Slalom und wir
kassieren eine Verweigerung. Aber der restliche Parcours läuft wie am
Schnürchen. Die kleine Maus nimmt die
ganzen Zelte, Menschen, Hunde, den Lautsprecher und all das gar nicht wahr, und
arbeitet Kontaktzonen und Hürden ab wie ein Uhrwerk. Wahnsinn! Ich bin
unendlich stolz auf die Süße.
Mit Donna laufe ich ein schönes Dis, schön, deshalb, weil sie so motiviert ist und so viel Spaß hat.
Und im Spiel tauschen die beiden die Plätze:
Hops lässt sich von einer Kamera irritieren und patzt am Slalom – dafür laufe
ich mit Donna dann einen wirklich fantastischen Nuller – und das, obwohl ich
schon einkalkuliert hatte, mit ihr abzukürzen.
Fazit: ein genialer Agilitytag wird endlich
wieder wahr!
Mittwoch, 17. April 2013
Agility-Seminar bei Michael Rusch in Offenbach
Samstag Morgen um sieben kommt Leben in die Agi-Welt. Entweder auf Turnieren - oder in diesem Fall beim Seminar. Es ist der 13. April 2013 und die Teilnehmer treffen sich im Vereinsheim der VSGO zum gemeinsamen Frühstück. Micha vergewissert sich, dass Hope den Slalom kann und steckt mich erst mal in eine neue Gruppe. Also haben Hope und ich nun Zeit und können erst mal spazieren gehen. Wegen der Handy-Aversion vom Kobold ist mein iPhone im Auto - aber wir finden trotzdem den Rückweg (obwohl ich mir echt schon überlegt habe, nach dem Weg zu fragen oder mir ein Taxi rufen zu lassen ;-))
Endlich zurück auf dem Platz sind wir mit gut halbstündiger Verspätung an der Reihe. Während des Seminars kommt mehrfach die Idee auf, ein Schild zu basteln "Die nachfolgenden Gruppen verschieben sich um ca. 45 Minuten"
Aber das ist natürlich nur Joke, weil die Zeitverschiebungen nur daher kommen, dass Micha seinen Job sehr ernst nimmt und sich alle Mühe (und Zeit) der Welt gibt, jedes Team weiter zu bringen.
Bei mir hat er auf jeden Fall ein ganzes Stück Arbeit. Aber zumindest wird mir mein Problem klar: wenn ich warten sollte, das Hope an der richtigen Stelle ist, renne ich viel zu früh los und drücke sie vom Sprung weg. Wenn ich aber so richtig durchstarten sollte, stehe ich wie angewachsen und vergewissere mich erst mal, dass mein Hund auch wirklich aus diesem Tunnel wieder rauskommt. Damit treibe nicht nur ich Micha in die (gespielte) Verzweiflung.
Wieder und wieder muss/soll/darf/kann ich mich am Parcours versuchen und bekomme echte Schnappatmung. Das "Unwort" des Tages ist schnell gefunden: "Noch mal von vorn" Einmal muss unser umfassend engagierter Trainer sogar Atemübungen mit mir machen, dass ich wenigstens am Start noch etwas Luft habe ... ;-)
Nach dem vorzüglichen Mittagessen - unter anderem Broccoli-Salat - haben wir erst mal Pause. Das Wetter hält so einigermaßen und lediglich Gruppe 4 bekommt eine richtig heftige Dusche.
Die Zeit hat unseren Trainer nicht milder gestimmt - im Gegenteil, Micha läuft immer mehr zur Hochform auf, auch wenn er natürlich stets das Gegenteil verkündet. Selten war ich so froh ein "die nächste Gruppe bitte" zu hören.
Riesenlob an das Hoppeding, die wirklich unglaublich gekämpft hat.
Am Sonntag morgen bin ich erst mal so richtig fit und munter. Kein Wunder, ich habe ja über 11 Stunden geschlafen. Aber trotz Unmengen von Kaffee kann ich meine Form nicht halten. Das Vormittagstraining ist wieder im wahrsten Sinne "Atemberaubend".
Beim Mittagessen (vorzügliches Chilli) halte ich mich notgedrungen zurück, weil wir die erste Gruppe nach der Mittagspause sind. Diesmal gibt es einen Parcours mit Nummern, Training unter Turnierbedingungen. Na Bravo, der Tunneleingang neben dem Wandaufgang. Dis am 5. Hindernis. Im zweiten Anlauf klappt zumindest diese Ecke und wir kommen mit einer Verweigerung ins Ziel - und haben fertig.
Und nächsten Sonntag kommt dann der Ernstfall: Hope und ich starten unser erstes Turnier in Sprendligen.
Endlich zurück auf dem Platz sind wir mit gut halbstündiger Verspätung an der Reihe. Während des Seminars kommt mehrfach die Idee auf, ein Schild zu basteln "Die nachfolgenden Gruppen verschieben sich um ca. 45 Minuten"
Aber das ist natürlich nur Joke, weil die Zeitverschiebungen nur daher kommen, dass Micha seinen Job sehr ernst nimmt und sich alle Mühe (und Zeit) der Welt gibt, jedes Team weiter zu bringen.
Bei mir hat er auf jeden Fall ein ganzes Stück Arbeit. Aber zumindest wird mir mein Problem klar: wenn ich warten sollte, das Hope an der richtigen Stelle ist, renne ich viel zu früh los und drücke sie vom Sprung weg. Wenn ich aber so richtig durchstarten sollte, stehe ich wie angewachsen und vergewissere mich erst mal, dass mein Hund auch wirklich aus diesem Tunnel wieder rauskommt. Damit treibe nicht nur ich Micha in die (gespielte) Verzweiflung.
Wieder und wieder muss/soll/darf/kann ich mich am Parcours versuchen und bekomme echte Schnappatmung. Das "Unwort" des Tages ist schnell gefunden: "Noch mal von vorn" Einmal muss unser umfassend engagierter Trainer sogar Atemübungen mit mir machen, dass ich wenigstens am Start noch etwas Luft habe ... ;-)
Nach dem vorzüglichen Mittagessen - unter anderem Broccoli-Salat - haben wir erst mal Pause. Das Wetter hält so einigermaßen und lediglich Gruppe 4 bekommt eine richtig heftige Dusche.
Die Zeit hat unseren Trainer nicht milder gestimmt - im Gegenteil, Micha läuft immer mehr zur Hochform auf, auch wenn er natürlich stets das Gegenteil verkündet. Selten war ich so froh ein "die nächste Gruppe bitte" zu hören.
Riesenlob an das Hoppeding, die wirklich unglaublich gekämpft hat.
Am Sonntag morgen bin ich erst mal so richtig fit und munter. Kein Wunder, ich habe ja über 11 Stunden geschlafen. Aber trotz Unmengen von Kaffee kann ich meine Form nicht halten. Das Vormittagstraining ist wieder im wahrsten Sinne "Atemberaubend".
Beim Mittagessen (vorzügliches Chilli) halte ich mich notgedrungen zurück, weil wir die erste Gruppe nach der Mittagspause sind. Diesmal gibt es einen Parcours mit Nummern, Training unter Turnierbedingungen. Na Bravo, der Tunneleingang neben dem Wandaufgang. Dis am 5. Hindernis. Im zweiten Anlauf klappt zumindest diese Ecke und wir kommen mit einer Verweigerung ins Ziel - und haben fertig.
Und nächsten Sonntag kommt dann der Ernstfall: Hope und ich starten unser erstes Turnier in Sprendligen.
Donnerstag, 4. April 2013
Camarguereise Frühjahr 2013
Samstag, 23. März 2013
Um 4:16 Uhr sind die letzten existentiellen Dinge wie heißer
Kaffee und meine kostbare optische Ausrüstung verladen, die Hunde sind noch mal
gelüftet und liegen erleichtert in ihrer Box – wieder einmal haben sie es
geschafft, nicht vergessen worden zu sein. Hope ist pünktlich zur Abfahrt läufig geworden – aber das hatten wir
fast schon erwartet. Auf jeden Fall geht es jetzt los, wieder einmal ruft uns
die Camargue. 11 Tage Urlaub, die kommen nach den anstrengenden
Reakkreditierungs-Tagen im Büro wirklich sehr gelegen. Trotz Ferienanfang
kommen wir super durch, auch die Baustellen sind weniger geworden, um 7:01 Uhr
fahren wir in Frankreich ein und um kurz vor halb zwei erreichen wir La Brise.
Der Campingplatz hat noch Mittagspause – aber die beiden Einfahrten sind
sowieso von 2 Gespannfahrern blockiert, die in typisch deutscher
Handtuch-Mentalität die ersten sein wollen, wenn der Campingplatz um zwei
wieder öffnet. Leider haben sie dabei nicht berücksichtigt, dass es Urlauber
gibt, die mit ihrer Chipkarte auch vor dem Ende der Pause ganz legitim auf den
Platz fahren dürfen. Dieser Einsicht
wird nun in lautstarkem Französisch nachgeholfen - und während der eine der beiden
geistigen Leisetreter versucht, die Einfahrt durch rückwärts fahren (schwierig
schwierig grins) wieder frei zugeben, lässt mein Vater uns mit seiner Chipkarte
durch die Ausfahrt rein ...
Mein Bruder mit Familie ist kurz vor uns eingetroffen und
meine Mutter serviert erst mal Muscat als Willkommenstrunk. Dann checken wir ein.
Peter und ich haben unser altes Häuschen, Nummer 35. Rasch ist das Auto
entladen, ein kurzer Rundgang über den Platz und dann wird erst mal gevespert.
Trockenfutter für die Wauze und Käse, Baguette und Rotwein für uns Zweibeiner.
Das Wetter ist leider bescheiden, aber immer noch besser Regen in der Camargue
als Schnee in Deutschland ...
Abendessen im Tamaris. Für alle, die sich unsere
genüsslichen französischen Fress-Exkurse gerne mal bildlich vorstellen möchten:
Zunächst wird der Aperitiv serviert. Der freundliche Kellner spricht natürlich
nur französich (wobei Algerisch oder Arabisch für uns auch nicht besonders
hilfreicher wären), und da sich in unserer Familie hartnäckig das Gerücht hält,
ich wäre dieser Sprache mächtig, darf ich die Konversation übernehmen. Das sind
dann so anspruchsvolle Gespräche wie „trois Pastis et un Lou, s’il vous
plait!“ Dazu wird stets ein Schälchen Oliven serviert, die ich definitiv nur
bei dieser Gelegenheit esse.
Das Menue lassen wir meist mit einer provenzalischen Soup de Poisson beginnen,
einer sämige Suppe, die aus unterschiedlichsten Fischen und Fischlein gekocht
wird, die man in Deutschland gar nicht auftreiben kann. Die diversen Einlagen
erleben vor dem Servieren ein anderes Schicksal, statt dieser wird ein Teller
mit geröstetem Brot, Knoblauch, scharfer Rouille (eine Art Mayonaise) und
geriebenem Käse gereicht. Man nehme ein Stückchen des Brotes, zerreibe voll genüsslicher Vorfreude
die Knoblauchzehe darauf, garniere diese nun üppig mit Rouille und etwas Käse.
Das fertige Kunstwerk wird im Teller dekoriert, gerne mit ein, zwei Kameraden
versehen und dann mit der dampfend heisser Suppe übergossen ... mmmmmmmh.
Dieser Vorgang lässt sich beliebig wiederholen, bis die Terrine Suppe eben leer
ist. Mittlerweile ist der Aperitiv natürlich längst getrunken und das weitere
Mahl wird wahlweise von einem trockenen Roten oder einem süffigen Rose
begleitet.
Der Hauptgang besteht zum Beispiel aus Doradenfilet in
Safransauce oder gegrillter Limande. Oder Loup de Mer. Oder Moules gratiniees
... seit wir unser Fleisch daheim von Bunde Wischen einfliegen lassen, zieht
auch Peter meist Fisch dem Stiersteak oder –gulasch vor.
Genüsslich leeren wir die Piches mit Wein und haben zum
Nachtisch dann die Wahl zwischen Mousse au chocolat, Creme caramal à la maison,
Creme brulee au lavande oder auch einer kleinen Käseauswahl.
Danach gibt es noch Espresso – und schon haben sich die
Uhrzeiger 2 Studen weiter gedreht. Leben wie Trines in Frankreich, eine
unglaubliche Leichtigkeit des Seins ....
| Soupe de Poisson provencale |
| Eine Art Bouillabaisse |
| Gardian de Toureau |
Sonntag, 24. März
Heute regnet es nur einmal. Trotzdem starten Hope und ich zu
einem 2stündigen Spaziergang am Digue entlang. Sonst passiert nicht viel. Also
eher erholsam. Zu erholsam für mich. Meine Laune ist nicht wirklich prickelnd,
und wird auch dadurch nicht besser, dass ich bei Angry Birds auf dem Level
festhänge.
| Nicht "angry". Graureiher - |
| Dünnschnabelmöwe und |
| Seidenreiher |
Montag, 25. März
Markttag. Gelegenheit, die zur Neige gehenden Rotweinvorräte
aufzustocken. Palmyra, die Käsefrau unseres Vertrauens, ist leider nicht da und
so müssen wir anderweitig Käse kaufen – zum Glück entdecke ich außer dem eher
konventionellen Käsewagen noch einen kleinen Stand mit wirklich köstlichem
Gruyere.
Außerdem scheint die Sonne aus allen Knopflöchern und der
Himmel ist leuchtend blau. So kommt endlich auch die Cam bei einem ausgedehnten
Marsch am Strand und am Digue entlang mal zum Einsatz. Und anschließend muss
ich unbedingt noch mal nach Maries, endlich in die Kirche, in der Katakombe die
schwarze Sarah begrüßen und eine Kerze anzünden.
| Hope und Bella |
| Eine flüchtige Strandbekanntschaft |
26. März
Papas Geburtstag, unser Hochzeitstag und das alles bei
herrlichstem Wetter in der Camargue (wie
wir von Gratulanten hören, liegt daheim Schnee ...)
Das Geburtstags-Programm ist klar: Ostrandtour, Mittagessen
in Le Sambuc und über die Ibisecke zurück.
Das L`Estrambord bietet genau das Menue auf der Tageskarte,
das ich mir bei der letzten Sendung mit Sarah Wiener gewünscht hatte: les joues
de tauraux ... – und es war wirklich einfach genial lecker. Vorspeise Salat und
als Dessert Creme brulee au lavande ...
Aber der Tag hatte noch nicht fertig ;-) Wir stoppen an der
Ibisecke und sehen begeistert eine ganze Ansammlung von braunen Sichlern. Sieht
man ja nicht an jeder Ecke. Aber ich hab da schon den ganzen Tag so ein Gefühl
und mustere immer wieder alles genauer, was weiß ist ... und da stehen doch so
2 Gestalten ... ich nähere mich mal
unauffällig ... hach, der Schnabel ist nicht klar zu erkennen, aber diese
schüttelnde Kopfbewegung ist eigentlich ganz typisch ... ich rufe meinen Vater
„stell dich bitte hinter mich, guck, was ich gucke und sag mir, dass ich recht
habe“ – Der leicht amüsierte Tonfall meines Vaters sagt mir alles: „Was glaubst
du denn zu sehen?“ Meinerseits ein leichtes Creszendo: „Löffler. Papa, das sind
doch Löffler. Das sind Löffler – endlich ...“
Ich weiß gar nicht mehr, wie lange ich den wunderschönen Vögeln schon
hinterher bin und sie immer knapp verpasse. Vor 2 Jahren hätte uns mal fast der
Blitz getroffen auf der Suche – bzw. nicht
nur fast, er hat – aber wir waren schon im Auto.
Diesmal nun aber wirklich: 2 Löffler. Und dann noch mal 2.
Und herrliches Wetter, mindestens 10 Laubfrösche, Peter und ich haben
Hochzeitstag und mein Papa hat Geburtstag – und abends bitten wir zum Pastis
...
![]() |
| Brauner Sichler (Plegadis falcinellus) |
27. März
Für meinen Bruder und Familie ist der Urlaub heute schon zu
Ende. Wir anderen machen unverdrossen weiter. Erst einmal mit einem Mittagessen
im Brise, einer kulinarischen Neuentdeckung meiner Eltern. Hier bekomme ich mal
richtige Sole de Meuniere wie früher. Und zum Nachtisch Crepes mit Grand
Manier. Stehen nicht auf der Karte, aber meine Mama meint, ich kann unserem
Kellner erklären, dass sie das hier letztes Jahr gegessen hat ...
Anschließend mache ich mit Fly eine Tour über den Digue.
Ornithologisch ist zwar in Bezug auf die Artenvielfalt nicht viel los, aber
jede Menge Flattermänner. So viel Individuen habe ich die letzten Jahre nicht
gesehen.
Als wir nach über anderthalb Stunden das Leuchturmreservat
erreichen, ist der Himmel plötzlich ziemlich duster. Da wir hier so fernab der
Zivilation im Falle eines Unwetters nicht gerettet werden können, trete ich mit
Fly den geordneten Rückzug am Strand entlang an. Freut den kleinen Chaoten
riesig, endlich mal wieder Meer, rennt dauernd um mich rum und würde am
liebsten noch viel weiter ins Wasser. Auch auf dem Rückweg gibt es jede Menge
Vögel zu beobachten, so dass wir trotz strammen Schrittes erst nach insgesamt 4
Stunden wieder auf dem Campingplatz eintreffen.
Während ich mit einem Pastis auf der Terrasse die
ornithologische Nachbestimmung übernehme, fährt Peter nach Maries um Baguette
zu holen. Als ich im Kühlschrank Pastis-Nachschub hole, bleibt dieser
zappenduster. Stromausfall? Ich frage bei dem netten Dortmunder Männer-Paar im
Nachbarbungalow nach. Auch kein Strom. Also marschiere ich zur Rezeption und
erkläre „pas d`electricité“ und „aussi des autre mobilhomes“. Zwanzig Minten
später ist der Abend gerettet und wir haben wieder Strom.
28. März
Es windet ganz schön, ist aber nicht kalt und vor allem
trocken. Trotzdem habe ich die Morgenrunde mit den Dreien abgekürzt und werde
nach dem Kaffee mal mit Donna ans Meer gehen. Hoppeding darf leider nicht mehr vom Platz, einfach zu viele
freilaufende Hunde. Ist auch sehr verschmust, meine Süße. Zum Mittagessen
kommen meine Eltern und anschließend fahren Peter und ich nach Maries. Ich
finde eine traumhaft schöne Kette im Laden neben Bijoux Sarah, aber leider ist
sie zu lang und lässt sich nach Angabe der Künsterin auch nicht kürzen. Die Eisdiele,
die Dierk und Katrin so empfohlen haben, ist auch zu, also bleibt es bei der
Kerze, die Peter in der Kirche gekauft hat.
Mein Hoppeding guckt mich so flehend an, dass ich doch noch
mit ihr einen Bummel am Strand und zum Etang mache.
29. März
Es ist so windstill, dass ich mich frage, wo der ganze Wind von
gestern bloß geblieben sein kann. Dafür regnet es und ich komme klatschnass von
der Mogenrunde. Doch das Wetter klart auf und wir bummeln bei strahlend blauem
Himmel über den Markt. Palmyra ist zwar immer noch nicht da, aber mittlerweile
habe ich ja genug Käse. Anschließend erweitere ich meine Santonsammlung und wir
genießen mal wieder ein zweistündiges Mittagessen im Tamaris. Daheim schnappe
ich mir Cam und Fernglas und fahre mit dem Auto auf Motivisuche. Da der Wagen
über Ostern nicht vom Platz bewegt werden wird, kaufe ich mit meiner Mutter
alles fürs Osteressen auf unserer Terrasse ein.
30. März
Nur ein paar Schäfchenwolken am strahlend blauen Himmel. Ich
verbringe den Tag mehr oder weniger auf der Terrasse und plane, nachmittags in
die Arena zu gehen – aber der Course camarguais ist leider abgesagt.
31. März – Ostern
Ich starte schon um sieben zu meiner Morgenrunde und habe
Glück, die meisten Touristen sind Langschläfer. Meinen Kaffee trinke ich auf
der Terrasse, das Wetter wird wieder herrlich. Um 11 kommen meine Eltern zum
Aperitiv und dann gibt es Tournedos, Bratkartoffeln und grüne Bohnen. Und
vielleicht nehme ich heute Nachmittag noch mal einen Anlauf Richtung Arena ...
Mmmh, das Essen war
köstlich und ich bin sehr gelobt worden. Der Rest des Tages verlief wieder sehr
wohlig und faul: sitzen in der Sonne, bissi Bummeln über den Platz, ein
Gläschen Rotwein ...
1. April
Die Zeitumstellung macht sich bemerkbar – es ist kurz vor
acht aber die Sonne geht gerade erst auf. Trinke ich eben erst mal einen
Kaffee, ehe ich mit Donna losziehe. Dann kann sie wieder am Strand lang toben
und Frauchen guckt mal nach den Flamingos von gestern ...
Mit der Fotografie
ist es schon ein ganz eigenes Ding – gestern war fantastisches Licht, aber die
Flamingos blieben alle am Boden. Heute jede Menge Flugverkehr – aber auch wenn
ich die Iso meiner Canon hochdrehe – blauer Himmel und Sonne wird da trotzdem
nicht draus.
Um sicher zu gehen, dass nicht doch Markt ist, bummeln wir
durch Maries, bis es anfängt zu regnen. Und das ist dann leider auch der
Wetterbericht für den Rest des Tages. Aber wir essen gemeinsam zu Mittag und ich
werde bei den Strandspaziergängen eben zur Abwechslung mal pitschepatschenass
... immerhin sehen wir (alle außer Mama) einen Wiedehopf auf dem Platz.
2. April
Der letzte Tag beginnt zur Abwechslung mit leichtem Regen.
Aber vielleicht ist das ja nur der aufhörende Regen der Nacht ...? Ich werde
trotzdem mal mit Donna an den Strand gehen und anschließend ist Markt. Essen
gehen wollen wir auch noch mal und dann müssen alle Sachen besorgt werden, für
die gestern der Mond noch zu neu war ...
Vor dem Abendessen laufe ich mit Donna noch eine große
Runde, gucke nach Vögeln und anderen Motiven. Viel zu schnell vergingen die
paar Tage, morgen geht es schon wieder nach Hause .
Aber vorher ist noch mal Action angesagt. Mein Vater kommt
breit grinsend von seinem Rundgang und macht Andeutungen über eine sehr
interessante Entdeckung. Mehr ist aus ihm nicht rauszuholen. Also statt
Abendessen noch mal mit Hund, Glas und Cam los. Aber da ich nicht weiß, wonach
ich suchen soll – und ornithologische Beobachtungen sind nun mal auch zu einem gewissen Teil Glückssache, ob der Flattermann gerade dann hinter einem Busch sitzt, wenn
man guckt – oder eben nicht.
Nun, ich hatte erst mal richtig Pech und kehrte
unverrichteter Dinge mit überwältigend schlechter Laune zurück. Dort hatte mein
Vater schon ein richtig schlechtes Gewissen, dass er mir so gar keinen
Anhaltspunkt gegeben hatte und meinte „ich dachte, du hättest mehr Spaß, wenn
du es ganz alleine findest ...“. Nun weiß ich immerhin, dass ich eine Moorente
verpasst habe – und damit ist mein Appetit endgültig flöten. Mein Vater
verspricht, nach dem Abendessen mit mir gemeinsam loszuziehen, aber ich bekomme
nur ein Stück Baguette herunter und gehe schon mal vor – ohne Hund diesmal.
Ich drücke mich am Tor zur Kloake (eine größere Teichlandschaft
zu erratenden Ursprungs) vorbei und pirsche – das Fernglas in der Hand – wie
ein Indianer auf dem Kriegspfad zwischen den Teichen hindurch. Am hinteresten
Teich werde ich fündig – Enten. Glas hoch und scharf gestellt. Vorsichtig noch
ein paar Schritte näher ran – und schon geht der Vogel hoch. Unverkennbares
Flugbild, ich habe mein Mohrhuhn, pardon meine Moorente erwischt.
Mein Vater kommt auch dazu und wir beobachtennoch eine
Weile, wie die Moorente mit schnellem Flügellschlag ihre Runden über die Teiche
fliegt, kurz neben einem Pärchen Schnatterenten wassert und wieder auffliegt
... einträchtig und versöhnt verlassen Papa und ich die Kloake, in der wir
früher schon so manche Entdeckung gemacht haben.
3. April
Nun heisst es Abschied nehmen. Aber da ich mal wieder alle
Pläne über den Haufen geworfen habe und mein Vorschlag, Peters Geburtstag nicht
groß zu feiern, sondern statt dessen im Oktober noch mal in die Camargue zu
fahren, begeistert aufgenommen wurde, ist es ein Abschied auf Zeit. Wir bummeln
bei herrlichem Wetter gemütlich am Ostrand bis Arles und starten dann durch. Um
eins sind wir auf der Autoroute und um 22:15 Uhr erreichen wir ziemlich
erschöpft Münster. Die letzten 300 Kilometer in Deutschland waren einfach nur
die Pest ...
Artenliste:
Haubentaucher, Schwarzhalstaucher, Kormoran, Nachtreiher,
Purpurreiher, Graureiher, Purpurreiher, Seidenreiher, Silberreiher, Kuhreiher,
brauner Sichler, Löffler, Flamingo, Weißstorch, Höcherschwan, Stockente,
Schnatterete, Löffelente, Knäkente, Krickente, Moorente, Trauerente, Brandgans,
Kornweihe, Rohrweihe, Schwarzmilan, Rotmilan, Mäusebussard, Wesepenbussard, Sperber, Turmfalke, Rotfußfalke ?; Schlangenadler,
Fasan, Blesshuhn, Teichhuhn, Sand-, Seeregenpfeifer, Kiebitzregenpfeifer,
Kiebitz, Flussuferläufer, Temminckstrandläufer, Alpenstrandläufer,
Stelzenläufer, Austernfischer, Säbelschnäbler, Uferschnepfe, Brachvogel,
Waldschnepfe, dunkler Wasserläufer, Rotschenkel, Zwergstrandläufer, Lachmöwe,
Mittelmeermöwe, Dünnschnabelmöwe, Brandseeschwalbe, Flusseeschwalbe, Türkentaube,
Wiedehopf, Eisvogel, Haubenlerche, Feldlerche, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Mauersegler,
Schafstelze, Wiesenpieper, Garten-, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Amsel,
Seidensänger, Cistensänger, Mönchsgrasmücke, Samtkopfgrasmücke,
Weißbartgrasmücke, Fitis, Zilpzalp, Kohlmeise, Elster, Star, Dohle, Rabenkrähe,
Grünfink, Stieglitz, Hänfling, Haus,- Feldsperling, Sommergoldhähnchen,
Zaunammer, Rohrammer
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